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Der Umzug in ein neues Viertel kann beides sein: aufregend und ein bisschen einschüchternd, besonders wenn man neu in der Stadt ist. Genau hier kommt Café Le Buns ins Spiel. Yesim und Azhario wollten mit dem Café einen Ort schaffen, bei dem man jederzeit vorbeikommen kann: für einen schnellen Kaffee genauso wie für einen langen Nachmittag mit Buch in der Hand und Sonne im Gesicht. Yesim beschreibt die Gestaltung von Le Buns ein bisschen so, als würde man die eigene Wohnung einrichten: Stück für Stück, mit Bildern, die ausgetauscht und Büchern, die immer wieder neu sortiert werden. Mit seiner sonnigen Terrasse und einer Karte, die sofort Lust macht, sich hinzusetzen, ist Le Buns genau die Art von Ort, an dem man gern verweilt. Das Konzept setzt auf eine wechselnde Auswahl an süßen und herzhaften Buns aus buttrigem Croissant-Teig. Probiert haben wir die Milk Tart, inspiriert von einem südafrikanischen Kindheitsdessert, mit dem Azhario aufgewachsen ist. Geschmacklich liegt sie irgendwo zwischen Custard und Milchreis mit Zimt und Zucker. Das Pistazien-Bun, außen blättrig und innen weich, bringt durch die Creme genau die richtige Süße mit. Der Cheese and Jalapeño Toastie war schnell von unseren Tellern verschwunden, und das saisonale Summer Beet Bun mit Roter Bete, Feta und Walnuss war frisch, würzig und knackig. Die buttrigen Buns sind nicht vegan, dafür gibt es aber eine kleine Auswahl an veganen Kuchen. Zu probieren gibt es also genug. Und wenn Du in der Nähe wohnst, findest Du hier vielleicht schon bald einen neuen Lieblingsort.
Text: Stefania Basano / Fotos: Sophie Doering
Café Le Buns, Sredzkistr.63, 10405 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
@lebuns.berlin
Frauen gab es im und ums Bauhaus einige. Und in den letzten Jahren ist das Interesse an ihnen stetig gewachsen. Ein hartnäckiger Mythos aber hält sich: Die Vorstellung, der Arbeitsraum der Frauen sei auf die Textilwerkstätten beschränkt gewesen. Diese Vereinfachung ignoriert, dass Frauen in verschiedenen Abteilungen arbeiteten – sie studierten Architektur, Malerei, Design und Fotografie. Um sich dem entgegenzustellen, hat das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung eine Ausstellung erarbeitet, die die Frauen des Bauhauses feiert – anhand seiner Fotografinnen. Heute Abend eröffnet „Neue Frau, Neues Sehen. Die „Bauhaus-Fotografinnen“ im Museum für Fotografie. Die erste Ausstellung unter der neuen Direktorin Brigitte Franzen des Bauhaus-Archivs zeigt rund 300 Fotografien aus der Sammlung, von denen einige Motive berühmt sind, ihre Autorinnen jedoch eher weniger. Die Schau wird im Museum für Fotografie als Teil der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt. Es geht um Zugehörigkeit, Teilhabe und die Frage, wieso wir diese Frauen eigentlich nicht kennen. Dabei hinterfragt sie gängige Annahmen über das Bauhaus und ihre Künstlerinnen und bringt Persönlichkeiten wieder ans Licht, die lange vergessen oder übersehen wurden. Kuratorin Kristin Bartels zeigt Portraits, viel Architekturfotografie und allerlei experimentelle Arbeiten.
Highlights: Grit Kallin-Fischers rauchendes Selbstportrait, Grete Sterns Portraits von Tänzerinnen, Florence Henris fotografischen Experimente und natürlich Lucia Moholys Aufnahmen von Bauhaus Gebäuden, die, nachdem Moholy ins Exil musste, jahrelang ohne ihr Urheberrecht veröffentlicht wurden. Unter die zahlreichen fotografierenden Frauen und Künstlerinnen des Institute of Design in Chicago (New Bauhaus) reihen sich drei zeitgenössische Positionen: Kalinka Gieseler, Caroline Kynast und Sinta Werner wurden eingeladen, mit ihren Arbeiten in den Dialog zu den historischen Positionen der Schau zu gehen. Zu einigen der Werke wurden Schüler:innen der Nelson-Mandela-Schule eingeladen, Bildbeschreibungen zu verfassen, die per QR-Code abrufbar sind. Während der Laufzeit wird es ein umfangreiches Rahmenprogramm geben. Heute Abend (16.04.2026) eröffnet die Ausstellung, der zwei Jahre Forschung vorausgingen. Ein Blick zurück, der weniger ergänzt, korrigiert und vor allem zelebriert.
Text: Inga Krumme / Credit: Gertrud Arndt, VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Grit Kallin-Fischer, Bauhaus-Archiv Berlin; Lucia Moholy, Bauhaus-Archiv Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Museum für Fotografie, Jebensstr.2, 10623 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen, bis zum 04.10.2026.
@bauhaus_archiv
@staatlichemuseenzuberlin
Ein Vintage-Hemd muss nicht immer glitzern. Aber es könnte – wenn es durch die Hände von Anne Bernecker gegangen ist. Aus pre-loved wird Statement Piece: Slow Couture aus Berlin. Kennengelernt habe ich Anne Bernecker, als sie noch in London lebte – wir tauschten damals in den Ferien kurz unsere Wohnungen. Das geht nun nicht mehr: Seit einigen Jahren lebt sie in Berlin und entwirft hier unter ihrem selbst benannten Label. Nun begegnen wir uns eben hier und ein Austausch ist immer Inspiration, schließlich arbeitet Anne auch als Trendforscherin und kennt die Modeindustrie von innen. Nach einer Schneiderlehre studierte sie am Central Saint Martins in London, wo sie unter anderem bei Hussein Chalayan lernte (der heute selbst an der HTW lehrt). Es folgten Jahre bei internationalen Modehäusern, darunter Versace, und Erkenntnisse, wie die Modeindustrie genau funktioniert – und wo sie an ihre Grenzen stößt. Als kreative Haltung dazu hat sie ihr nachhaltiges Modelabel gegründet.
In ihrem Wohnatelier in Prenzlauer Berg entstehen Stücke, die keinem klassischen Produktionszyklus folgen. Ausgangspunkt sind Vintage-Fundstücke, oft aus der Herrenwelt – Blazer, Hemden, Jacken – denen sie durch aufwendige Handstickerei eine neue Sprache verleiht. Maskuline Schnitte treffen auf filigrane Couture-Stickerei und werden dabei zu etwas unerwartet Elegantem. Die Stickereien entstehen teils in ihrem Berliner Atelier, teils in Indien, wo ein Familienbetrieb seit sechs Generationen diese Handwerkskunst pflegt – fair zertifiziert und tief verwurzelt in einer Tradition, die in der Modeindustrie kaum noch jemand so beherrscht. Das Ergebnis sind Einzelstücke, die man als Slow Couture beschreiben könnte. Bekannte Persönlichkeiten wie Iris Berben tragen ihre Entwürfe – privat und auf dem Red Carpet, denn genau das können die Pieces: den Alltagslook besonders machen und die große Show eben auch. Neben der Kollektion berät Anne Bernecker Unternehmen als Trendforscherin – sie sieht also beides: was gerade kommt und was davon bleibt. Ihre eigenen Stücke fallen eindeutig in die zweite Kategorie.
Text: Nina Trippel / Fotos: Ansgar Sollmann
Anne Bernecker
@anne_bernecker
Bässe, die man bis in die Knochen spürt, Lichtstrahlen, die den Raum durchziehen, und tanzende Menschen, die zu einer wogenden Masse werden. Kaum etwas ist so hypnotisch, wie auf einer Tanzfläche zu stehen, auf der sich alle im gleichen Rhythmus bewegen. Und wenn zur Musik Visuals dazukommen, wird das Erlebnis noch intensiver. Das klingt nach Deiner Welt? Dann solltest Du Dir AIxploration 2.0 anschauen: eine Nacht voller elektronischer Musik und digitaler Kunst in der Alten Münze am kommenden Donnerstag (23.04.2026). Innovative Animationen, von magentafarbenen Monstern bis hin zu düster apokalyptischen Skulpturen, werden auf die 90 Quadratmeter große Leinwand projiziert, die die Prägehalle der ehemaligen Münzfabrik füllt, wo einst Rohlinge zu D-Mark-Münzen geprägt wurden. Musikalisch liefert REMEN bis spät in die Nacht House, während Du vor den Visuals von Hati Hati Mas,Philipp Ries und AVHSverweilen kannst. Eine Nacht, in der Du zwischen Backstein und Metall der alten Münzfabrik Two Step tanzt, macht schnell klar, wie gut Musik und digitale Skulpturen zusammenpassen. Zwei Seiten derselben Medaille, wenn man so will.
Text: Benji Haughton / Credit: Andreas Babenko / Fotos: Florian Kroll, REMEN
Alte Münze, Molkenmarkt 31, 10179 Berlin–Mitte; Stadtplan
Kostenlose Tickets für AIxploration 2.0 (23.04.2026 20–3h) findest Du hier.
Enabled by Lenovo @lenovode – curated and music by REMEN @remen_sumari.
@lenovode
@remen_sumari
Das Berliner Hansaviertel und ich sind alte Bekannte. Als Landschaftsarchitektin kenne ich das Viertel zwischen Großem Tiergarten und Spree in- und auswendig – zu jeder Jahreszeit. Und ich dachte, ich wüsste bereits alles. Die Touren von Grotto mit Architektin Maria Helena (auf Englisch) oder Kuratorin und Cafébetreiberin Leonie Herweg (auf Deutsch) – einer Expertin, die dort lebt und arbeitet – belehrten mich eines Besseren. Bevor das Hansaviertel zu dem wurde, was es heute ist, war es eine der begehrtesten bürgerlichen Adressen Berlins. Das Stadtbild damals: elegante Alleen, reich verzierte Fassaden, prächtige Villen und die Heimat von historischen Stätten wie der ersten Berliner Wohnung Rosa Luxemburgs und Adresse des Ateliers von Käthe Kollwitz. Und auch eine der größten jüdischen Gemeinden und zwei Synagogen waren im Vorkriegs-Berlin hier angesiedelt. Drei Altbaugebäude und die originalen Straßennamen sind eine Reminiszenz an vergangene Zeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier die Internationale Bauausstellung 1957initiiert – ein Modellprojekt für modernes Wohnen. Die Interbau 1957 lud Walter Gropius, Oscar Niemeyer, Alvar Aalto, Werner Düttmann und fünfzig visionäre Architekt:innen ein, genau hier eine Stadt von morgen zu entwerfen – als direktes ideologisches Gegengewicht zur monumentalen Karl-Marx-Allee (damals Stalinallee), die 1951 im Ostteil der Stadt entstand.
Das Hansaviertel setzt sich aus verschiedenen architektonischen Typologien zusammen: Punkt- und Scheibenhochhäuser, Zeilenbauten, Sonderbauten und Bungalows. Herta Hammerbacher, die einzige Frau unter den Beteiligten, gestaltete den Hansaplatz – das Herzstück des Viertels. Wir flanieren vorbei an architektonischen Juwelen wie der Akademie der Künste, die nicht nur für ihre beeindruckende Fassade bekannt ist, sondern auch als Zentrum für Kunst und Kultur fungiert. Weiter westlich stehen im dichten Grün des Tiergartens meine Lieblingshäuser: das Oscar-Niemeyer-Haus, das Eternithaus, das Alvar-Aalto-Haus und das Schwedenhaus mit dem neuen Café Tiergarten, das Leonie mit ihren Geschäftspartner:innen seit 2025 betreibt. Im sonnigen Garten der Hansabibliothek genießen wir, gemeinsam mit vereinzelten Leser:innen, die Ruhe: ein idealer Rückzugsort im Gewimmel der Stadt. Läuft man weiter Richtung Westen, kommen wir an den Bungalows von Sep Ruf und Arne Jacobsen vorbei – auch so kann man in Berlin wohnen. Aus den Trümmern entstand eines der kühnsten städtebaulichen Experimente Berlins. Der Einsatz neuer Materialien, Split-Level, flexibler Grundrisse und großzügiger Fensterfronten zeichnet die neuen Wohngebäude aus. Das Hansaviertel ist bis heute gebaute Utopie – und gleichzeitig ein Ort, an dem Geschichte in jeder Sichtachse mitschwingt. Wer sich auf die Tour mit Leonie und Maria begibt und genau hinschaut, entdeckt zwischen Beton und Grün die Schichten einer Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.
Text: Milena Kalojanov / Fotos: Grotto
Treffpunkt: Hansabibliothek, Altonaer Str.15, 10557 Berlin–Hansaviertel; Stadtplan
Die Hansaviertel Tour kannst Du hier buchen.
@grotto.berlin
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